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Wein-News im September 2018 vom 22.09.2018
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Met als Kulturgetränk

Met bzw. Honigwein ist so alt wie die menschliche Zivilisation. Alle bedeutenden Völker, von den Ägyptern, den Griechen, den Römern, den Wikingern bis zu den Germanen, kannten und schätzten Met, den sie wegen seiner schmackhaften und betörenden Wirkung als Trank der Götter bezeichneten. Auch im germanischen Mittelalter war Met als Kulturgetränk nicht wegzudenken. Der Begriff „Met“ entstammt dem indogermanischen „Medhu“, was übersetzt „süßer Trank“ bedeutet.

Met - Honigwein - Der Trank der Götter?

Gründe für die Verbreitung von Met

Dass der Honigwein bei allen Völkern so beliebt war, hat mehrere Gründe. Zunächst gestaltete sich die Erfindung des Getränks als recht einfach, da mit Wasser gestreckter Honig als natürliches Konservierungsmodell wohlbekannt war. Da vor allem in feuchten Räumen wie dem Keller, wo Speis und Trank zumeist gelagert wurden, der Gärungsprozess leicht ansetzt, war es bis zum nächsten Schritt, den Gärungsprozess zu erkennen und zu reproduzieren, nicht mehr weit.

Zur Popularität von Met

In der Folge war der Honigwein das beliebteste Getränk. Zwar war seit den Feldzügen von Alexander dem Großen die Zuckerrübe aus dem Orient durchaus bekannt und wurde von vermögenden Bürgern angebaut. Trotzdem war die Verbreitung von Zucker mit den heutigen Maßstäben nicht zu vergleichen. Für viele Menschen war die Süßung mit Honig die einzige Süßung, die sie kannten. Zusammen mit dem alkoholischen Gärungseffekt erreichte der Honigwein als ständige Beigabe von Festtafeln eine ungeheure Popularität. Doch auch als Alltagsgetränk hatte Met seine Bedeutung bis zum Ende des Mittelalters auch bei Kindern, was daran lag, dass das Wasser oft verschmutzt war, während Alkohol bekanntlich Schadstoffe fernhält. Ein weiterer Grund für die Popularität von Met lag darin, dass die in ihm enthaltenen Inhaltsstoffe im Gegensatz zu reinem Wasser eine Bereicherung waren. Met ist nahrhaft und war auf dem Speiseplan der damaligen Zeit, dieser war oft sehr einfältig, sehr gerne gesehen. Die Redewendung vom flüssigen Brot bezog sich zwar auf das Bier, trifft aber auch auf den Honigwein zu.

Met in der Festkultur

Wasser und Honig sind die notwendigen Bestandteile von Met. Besonders, wenn Met auf Festtafeln vermögender und bedeutender Persönlichkeiten aufgetragen wurde, kannte die Fantasie, den Honigwein noch schmackhafter zu machen, keine Grenzen. Den Veränderungen kam dabei zugute, dass sich Met ausgesprochen geschmacksflexibel verhält und durch die Beigabe von dominanten Geschmacksquellen eine ganz neue geschmackliche Note erhalten kann. So wurde der Honigwein gern mit Gewürzen und Früchten durchsetzt. Auch neben dem Alkohol weitere bewusstseinsfördernde Substanzen wie Opium, Wermut, Fliegenpilz, Stechapfel, Hanf oder Tollkirsche waren keine Seltenheit. In der germanischen Sage der Edda werden solche rauschenden Festgelage immer wieder beschrieben.

Met als Heilgetränk

Die Verwendung von Met als Heilmittel entsprach wahren Ursachen. Tatsächlich hatte der Honigwein als Heilmittel, das Kranken wieder auf die Beine half, eine überaus nützliche Funktion, über die damals mangels Wissen nur Vermutungen angestellt werden konnten. Heute ist bekannt, dass sowohl der Honig als auch der Alkohol antibakteriell wirken und damit in der Tat dazu geeignet sind, bestimmten Krankheitserregern zu Leibe zu rücken und diese auszuschalten. Hinzu kam, dass der Met wegen seiner Nahrhaftigkeit im Mittelalter nicht selten bei Hungersnöten zum Lebensretter wurde. Besonders das einfache Volk profitierte vom einfach herzustellenden Getränk.

Die Verdrängung von Met

Die Verdrängung des Mets begann bereits im Mittelalter durch das Bier der nordischen Völker und den Wein der südlichen Völker, von denen das Met sozusagen in die Zange genommen wurde. Aufgrund der Schwierigkeiten bei dem Transport und der Lagerung wurde Met immer mehr von Bier und Wein verdrängt, die sich in der Herstellung wesentlich einfacher waren. Als besonderes Festgetränk oder Heilgetränk behielt Met aber bis in die frühe Neuzeit hinein seine Bedeutung. Zahlreiche Legenden und Mythen drehen sich um diesen „Göttertrunk“, dem Spitznamen wie Odinsblut und Drachenblut gegeben wurden und der sogar Auslöser für das Rasen der Berserker gewesen sein soll. Gründe gibt es also genug, die faszinierende Tradition des Honigweins wieder ins Leben zu rufen. Rezepte zur Herstellung sind auch noch zahlreich vorhanden.

Bildquelle: https://cdn.pixabay.com/photo/2014/11/14/22/26/met-531311_960_720.jpg



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