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Wein-News im September 2020 vom 16.09.2020
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Das sind die typischen Kriterien, die einen guten Rotwein auszeichnen

Wein scheint bei den Deutschen sehr beliebt. Nicht nur das stereotype Bild im Kopf spricht dafür, sondern auch die tatsächliche Datenlage. So lassen sich nämlich etliche Statistiken heranziehen, um das zu untermauern. So ergab eine repräsentative Umfrage, dass mehr als zwei Drittel der Deutschen gerne Wein trinken.  Im Vergleich Rotwein – Weißwein liegt dabei der Rote mit 61% gegen 53 % bezüglich seiner Beliebtheit vorne. Doch genau hier stellt sich die Frage, was eigentlich einen guten Rotwein ausmacht. Woran erkennen Konsumenten, ob sie gerade einen guten Tropfen trinken oder doch eher einen wässrigen Abklatsch?


Abbildung 1: Rotwein erfreut sich hierzulande großer Beliebtheit - doch wie lässt sich ein guter Tropfen finden? Bildquelle: @ Kelsey Knight / Unsplash.com

Wo kaufen wir am liebsten Wein?

Interessant ist dabei auch, dass die Mehrheit der Konsumenten ihr Getränk der Wahl im Supermarkt kauft. Nur in 39 % der Fälle kommt es im Discounter in den Einkaufswaagen und mit 24 % noch seltener im Weinhandel. Als top fünf Weinmarken oder Weingüter lassen sich Blanchet, Käfer, Chateau Mouton-Rothschild, Le Filou und Gallo identifizieren. Auch mit einem globaleren Blick auf die Statistik lässt sich schnell feststellen, dass Deutschland eine Weinkultur hat, denn beim Ländervergleich ist die Bundesrepublik unter den Top 10!
Diese Kriterien zeichnen einen guten Rotwein aus

  • Prädikat

Man kann Weine anhand verschiedenster Rubriken und Aspekte einteilen und vergleichen. Da jeder seinen eigenen, individuellen Geschmack hat, sollen subjektive Gesichtspunkte hier nicht weiter betrachtet werden. Stattdessen treten objektive Gütekriterien zur Beurteilung und Unterscheidung in den Vordergrund. Infos, um ein Fazit zu ziehen, finden sich vor auf dem Etikett der gewählten Flasche. So lässt sich dort der Herkunftsort finden und dann unterteilen in Weine mit einer geschützten Herkunftsangabe, dazu gehören beispielsweiße Landweine und Wein mit geschützter Ursprungsangabe, darunter fallen zum Beispiel Prädikatsweine. In Deutschland gelten dabei folgende Abstufungen:

  • Kabinett
  • Spätlese
  • Auslese
  • Beerenauslese
  • Trockenbeerenauslese
  • Eiswein

Hierbei gilt grob: Ein Kabinett wurde noch relativ früh geerntet und enthält tendenziell mehr Säure und ist zudem etwas weniger stark im Geschmack. Er kann dabei restsüß oder trocken sein. Die Trockenbeerenauslese hat ihren Namen daher, dass die Trauben geerntet werden, wenn sie schon so gut wie getrocknet sind. Das sorgt für einen besonders kraftvollen Geschmack. Diese aufgeführten Qualitätsstufen gehören den Prädikatsweinen an, womit sie allesamt eine sehr hohe Qualität aufweisen.

Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete, abgekürzt QbA lassen sich eine Qualitätsebene darunter einordnen. Tafel und Landweine können bei dieser Qualitätsauflistung an letzter Stelle genannt werden und reihen sich so auch in die Rangordnung ein. Qualitätswein darf sich in Deutschland nur nennen, wenn dieser die Erfüllung bestimmter Voraussetzungen garantieren kann.

In anderen Ländern gelten andere Prädikate in Bezug auf die Qualität. Frankreich als Mutter des Bordeaux-Weins bietet neben der Einteilung in Bordeaux und Bordeaux Supérieur auch noch die Einteilung der großen Gewächse (Grand Cru Classé).
Wenn sich keine Angaben zum Prädikat finden lassen, ist das ein Zeichen dafür, dass der Wein kein Prädikat erhalten hat. Auch dies muss keinesfalls schlecht sein, denn es gibt auch gute Qualitäts- und Tafelweine.

Qualitätsweine lassen sich im Onlineshop, im Fachhandel, oder beim Winzer selbst, aber auch im Supermarkt finden. Ein Kauf ohne allgemeine Kriterien, sondern nach der individuellen Vorliebe, ausgewählt nach dem eigenen Geschmack, ist am besten mit einer Weinprobe möglich. Wer sich so seinen Wein aussuchen möchte, ist dann beim Winzer oder im Fachhandel an der richtigen Adresse. Trotzdem kann es immer sinnvoll sein, vor einem Kauf die Preise zu vergleichen – oft existieren große Unterschiede.

  • Jahrgang in Verbindung mit dem Anbaugebiet

Als generell wichtige Eckdaten können Jahrgang und Rebsorte genannt werden, was aber nicht bedeutet, dass diese Angaben auch immer auf der Flasche zu finden sein müssen, denn auch diese sind freiwillig. Wer sich jedoch etwas mit Wein beschäftigt, findet schnell heraus, in welcher Region welcher Jahrgang besonders gut gelungen ist. Ein gutes Beispiel stellen hierbei die beiden Jahrgänge 2009 und 2010 dar, die als außerordentlich gut gelten.

  • Die Rebsorten

Weitere Kaufkriterien neben der erläuterten Qualitätsstufen können die Rebsorte, sowie der Winzer und die genaue Herkunft sein.
Rebsorten gibt es dabei ziemlich viele und sie spielen häufig eine ausschlaggebende Rolle beim Kauf, da auch sie eine Information über den Geschmack enthalten. Als Überblick werden an dieser Stelle fünf der am häufigsten vorkommenden roten Rebsorten genannt:

  • Cabernet Sauvignon: Die Hauptrebsorte Südwestfrankreichs und eine insgesamt sehr bekannte Sorte. Im Geschmack gilt sie als vollmundig und gehört zu den Standardbestandteilen vieler bekannter Bordeaux-Weine.
     
  • Pinot Noir: Eine Spätburgunderrebe. Sie ist sehr Wetterempfindlich. So darf es für sie nicht zu warm, aber auch nicht zu kalt sein. Wird jedoch alles eingehalten erhält der Wein im Duft eine Burgundernote.
     
  • Merlot: Eine Rebsorte, die gerne mit anderen, wie zum Beispiel dem Cabernet Sauvignon gemischt wird. Ihr Aroma ist fruchtig und sorgt in vielen Cuvée-Bordeaux-Weinen für Hochgenuss.
     
  • Sangiovese: Die in Italien am häufigsten beheimatete Rebe. Insbesondere in der Toskana fühlt sie sich heimisch, da ihr das milde Klima dort besonders gefällt. Sie zeichnet sich für köstliche Brunello-Weine verantwortlich und findet auch im Chianti Classico Verwendung.
     
  • Tempranillo: Die Sorte Tempranillo lässt sich vor allem in Spanien verordnen. Charakteristisch ist für sie eine milde Säure, sowie ein beeriges Aroma.

Bei Rotweinen gibt es sowohl sortenreine Weine, als auch sogenannte Cuvées, bei denen verschiedene Rebsorten gemischt werden. Bordeaux-Wein ist beispielsweise immer Cuvée, wohingegen Burgunder vor allem auf Pinot Noir basiert.


Abbildung 2: Es gibt nicht den einen passenden Rotwein, sondern es kommt auch auf den persönlichen Geschmack an. Bildquelle: @ Max Delsid / Unsplash.com

Den einen besten Rotwein gibt es nicht

So gibt es ein breitgefächertes Angebot für jeden Geschmack, doch muss ein guter Wein teuer sein? Eine klare ja/nein Antwort gibt es darauf nicht. Auch ein teurer Rotwein, mit bekanntem Namen muss nicht zwingend gut sein. Dennoch kann man davon ausgehen, dass sich Prädikatsweine ihre Bezeichnung verdient haben.
Vor allem für Laien scheint die Welt der Weine eine riesige Informationsflut zu beinhalten, in der man sich nicht allzu einfach zurechtfindet. Doch wenn man sich auf ein paar wenige, aber wesentliche Aspekte konzentriert, wie zum Beispiel die Rebsorte und die Qualitätsstufen, kann man bereits fundierte Entscheidungen treffen. Letztlich gilt jedoch: Probieren geht über Studieren!

 



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