Enthüllt: Alles zum Barolo Wein
Namensgebend für den Barolo Wein, dem Wein der Könige und dem König der italienischen Weine, ist die Gemeinde Barolo in der Region Piemont in Norditalien. Neben dem Amarone della Valpolicella und dem Brunello di Montalcino gehört der Barolo Wein zu den renommiertesten Rotweinen und ist ein echter italienischer Klassiker, der mit Stolz serviert werden darf.
Die besten Barolo Weine zeichnen sich durch eine Lagerzeit aus, die mehr als 20 Jahre beträgt. Doch nicht nur das hohe Alterungspotenzial macht den Barolo zum Aushängeschild des Piemonts, sondern seine hohe Qualität, seine kräftigen Tannine und die wundervollen Aromen der einzigartigen Nebbiolo Traube.
Weine, die aus dem Piemont stammen, gelten als die besten Weine Italiens. Das Piemont bietet den Rebstöcken ideale Wachstumsbedingungen und ist neben dem Barolo berühmt für Spitzenweine wie Dolcetto und Barbaresco.
Aroma
Der Barolo Wein weist einen intensiven und charakteristischen Geruch auf. Im Geschmack ist harmonisch, voll und trocken. Die Farbe des Barolo Wein ist ein intensives Rubinrot, welches sich mit zunehmender Reife in ein leuchtendes Granatrot verfärbt. Zum Herstellen des Barolo Weins dient ausschließlich die Nebbiolo Traube aus dem Piemont.
Sie verleiht dem Wein sein charakteristisches Aroma. Der Barolo Wein erscheint kräftig mit einem pfeffrigen Charakter und begeistert wie alle Nebbiolo Weine mit einem primären Fruchtaroma nach Kirsche, Pflaume, Johannisbeere und Brombeere.
Dazu gesellen sich ein leicht blumiges Veilchenaroma sowie ein Hauch von Trüffel, Lakritz, Tabak, Leder, Teer, Mokka, Schokolade und Edelhölzern. Ein einem Barolo Wein finden sich sowohl kräftige Tannine als auch viel Säure. Im Abgang zeigt sich ein junger Barolo recht fest, während ein reifer Jahrgang mit Samtigkeit überzeugt.
Er schmeckt wunderbar zu Rindfleischgerichten und passt dabei optimal zu leicht herben Soßenzutaten wie Wacholder, Nelke oder Lorbeer. Der Brunello di Montalcino ist zwar ein starker Konkurrent, aber der Barolo ist und bleibt der König der italienischen Weine.
Produktion
Der Barolo Wein trägt die Auszeichnung DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita). Dies ist die höchstmögliche Qualitätskategorie in Italien und bezeichnet eine kontrollierte und garantierte Herkunftsbezeichnung eines Weines. Der Ertrag pro Hektar ist für diese Weine begrenzt, womit die Winzer die Qualität ihrer Weine der Quantität vorziehen. Der Barolo Wein darf nur zu 100 Prozent aus der Nebbiolo Traube entstehen. Die Vorgabe seines Alkoholgehaltes liegt bei 13 Prozent, was dem Wein neben seinem hohen Säure- und Tanningehalt eine lange Lagerfähigkeit verleiht.
Die Nebbiolo Trauben werden nach der Ernte gepresst, ihr Most vergärt anschließend bis zu 24 Tage in großen Eichenholzbottichen.
Dabei entsteht ein hochintensiver Wein, der aufgrund seiner starken Tanninstruktur ausreichend Zeit benötigt, um auszureifen und sein volles Aroma zu erreichen. Die kräftigen Tannine ermöglichen eine Lagerzeit zwischen zehn und 20 Jahren. Die vorgegebene Lagerzeit von Barolo Wein beträgt mindestens drei Jahre, zwei Jahre davon muss der Barolo im Holzfass lagern. Um die Bezeichnung Barolo Riserva zu erlangen, lagert der Wein mindestens vier Jahre, davon drei im Fass. Nach fünf Jahren Lagerung, davon mindesten vier Jahre im Fass, darf der Barolo die Bezeichnung Riserva Speciale tragen. Bei einem klassischen Barolo ist eine Lagerzeit von 15 bis 20 Jahre nicht selten, während der moderne Barolo Wein bereits nach fünf bis sechs Jahren ein überzeugendes Aroma mit sich bringt, das sich durch geschmackliche Komplexität auszeichnet.
Geschichte
Die Geschichte des Barolo Wein beginnt Mitte des 18. Jahrhunderts. Sein Name findet sich bereits im Jahre 1730 in einem Briefwechsel von englischen Handelsleuten. Zu der Zeit ist der Barolo Wein ein Süßwein, dessen Nebbiolo Trauben im späten Herbst gelesen werden. In dieser Jahreszeit starben die Hefen durch die Kälte ab, der Zucker wandelte sich nur teilweise in Alkohol um, da die alkoholische Gärung zum Erliegen kam und der Wein nicht durchgären konnte.
Sowohl modernen Kellertechniken und Veränderungen im Weinbergbau im 19. Jahrhundert als auch der Initiative von Giulia Falletti, der Marquise von Barolo, verdankt der Barolo Wein seine heutige Form. Giulia Falletti rief den französischen Önologen Louis Oudart in die Gemeinde Barolo, um ihn auf ihrem Weingut um Unterstützung zu bitten. Der Gärprozess des Weines sollte nach Oudart von nun an in unterirdischen Weinkellern bei konstanten Temperaturen stattfinden. Oudart unterstützte auch den Grafen Camillo Benso di Cavour. Diese beiden Weingüter gelten als die Wiege des heutigen Barolo Wein im Sinne eines durchgegorenen ausgebauten Rotweins. Besonders im Hause Savoyen fand der Barolo Wein Anhänger und stieß innerhalb von kürzester Zeit in Turin und Umgebung auf Gefallen. Das italienische Königshaus stellte sein Jagdhaus Fontanafredda in Serralunga d'Alba mit den heimischen Weinbergen auch in die Dienste Oudarts, woraus die heutigen Aussprüche Wein der Könige und König der Weine entstanden sind.
Quelle:
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