Toro Weine: Spaniens Rotwein-Geheimtipp aus Kastilien
Spanien ist bekannt für fantastische Weinregionen. Neben den berühmten Rotweinen aus La Rioja hat sich mittlerweile auch die Herkunftsregion Ribera de Duero einen Namen im Ausland gemacht.
Doch es gibt eine weitere Region, die man als Rotwein-Liebhaber ruhig öfter im Glas haben kann: Weine aus Toro, einer Weinregion in Kastilien-León, die nahe dem gleichnamigen Städtchen am Fluss Duero liegt. Wer diesen Wein einmal probiert hat, fragt sich unweigerlich, warum der edle Tropfen noch nicht über die spanischen Grenzen hinaus bekannt geworden ist.
Die Wurzeln eines Weines: Wie alles begann
Allein schon die Geschichte der Toro Weine ist eine spannende Reise in die Vergangenheit. Noch vor der Römerzeit wurde in der Gegend bereits Wein angebaut. Später im Mittelalter genossen die Weine aus Toro königliche Sonderrechte und durften in Städten verkauft werden, die für andere Weine zu jener Zeit gesperrt waren. Selbst Christoph Kolumbus soll ein großer Fan der Toro Weine gewesen sein und 1492 eine beachtliche Fracht auf seine Schiffe geladen haben. Somit waren es die ersten Rotweine, die Amerika erreicht haben. Im 19. Jahrhundert lieferte Toro seine Weine im großen Stil nach Frankreich, weil dort die Reblaus tobte und den französischen Weinbau weitgehend zerstört hatte.

Bild: Gesunde Weinreben für einen unverwechselbaren Wein * unsplash Zachary Brown
Mit der gestiegenen Nachfrage nach eleganteren und leichten Weinen kamen die kraftvollen Toro Weine im Laufe des 20. Jahrhunderts eine Zeitlang etwas aus der Mode. Dann aber sorgte der Winzer Manuel Fariña in den 1980er Jahren für ein erfolgreiches Comeback: Mit früherer Ernte und modernisierten Methoden kreierte er Weine, die Eleganz und Stärke vereinten und plötzlich wieder sehr gefragt waren. 1987 erhielten sie die offizielle Anerkennung der sogenannten Denominación de Origen, das Qualitätssiegel DO. Die Toro Weine waren wieder zurück.
Was Toro Weine so besonders macht
Die Kraft und die Tiefe, die Toro Weine so unverwechselbar machen, holen sich die Reben direkt aus dem Boden. Die Weinberge befinden sich auf einem Hochplateau, das rund 700 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Hier ist es im Sommer sehr heiß und trocken, die Winter hingegen sind kalt und hart, und es regnet eher mäßig. Reben müssen ihre Wurzeln dementsprechend tief im Erdbodenreich verankern, um überleben zu können – und das schmeckt man am Ende auch im Glas.
Die Rebsorte: Tinta de Toro
Die gängige Rebsorte hinter fast allen Toro Weinen heißt Tinta de Toro. Dabei handelt es sich um eine lokale Variante der berühmten Tempranillo-Traube, die sich über die Jahrhunderte hinweg an das raue Klima der Region angepasst hat. Sie sorgt für kraftvolle Weine mit intensiver Farbe und ausgeprägten Tanninen.
Typisch für Toro Weine sind Aromen von reifen Kirschen, Brombeeren und Pflaumen, unter die sich noch würzige Noten von Tabak und einem Hauch Schokolade legen.
Tipp: Die Flasche kann ruhig schon 30 bis 60 Minuten vor dem Anstoßen geöffnet werden. Das hat den gleichen Effekt wie ein Dekanter und macht den Geschmack vollmundiger mit runden Tanninen.
Wozu passen Toro Weine?
Toro Weine mögen es herzhaft und passen perfekt zu Lamm, Wild oder gereiftem Käse. Auch kräftige Schmorgerichte oder ein Stück Steak vom Grill harmonieren mit dem Rotwein aus Kastilien-León, wo der Wein gern zu langsam im Ofen gegartem Spanferkel getrunken wird.
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