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Wein-News im Februar 2006 vom 28.02.2006
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Winzer empört über Zugeständnis beim Weinabkommen zwischen der EU und den USA - "Kunstweine" aus den USA bald in deutschen Regalen?

Große Aufregung herrscht derzeit unter den Winzern in Deutschland. Der Grund, die Marktzulassung "künstlicher Weine" aus den USA.

Seit dem 1. Januar 2006 stehen auch in deutschen Regalen "Kunstweine", die nicht nach europäischen Standards produziert wurden.
Sogenannte Kunstweine sind Weine die nicht nur aus natürlichen Stoffen bestehen. Da sich das US-Weinrecht deutlich von dem deutschen unterscheidet, werden in den amerikanischen Weinen oft künstliche Aromen zur Geschmacksgestaltung eingesetzt. Zudem darf man in den USA einem Wein bis zu sieben Prozent Wasser oder 35 Prozent Zuckerwasser beimischen. In einem weiteren Verfahren wird der Wein in seine Bestandteile zerlegt und wieder neu zusammengesetzt. So lassen sich Qualitätsschwankungen unterschiedlicher Jahrgänge problemlos ausgleichen.
Auch dürfen US-amerikanische Winzer den Geschmack der Barrique-Weine künstlich durch Holzstückchen herstellen ohne ihn, wie in europäischen Ländern gebräuchlich, jahrelang in Holzfässern reifen zu lassen.
Im Gegenzug sollen europäische Weinnamen und Ursprungsbezeichnungen wie der Chablis geschützt werden.
Zahlreiche Weinbauverbände sind über das Abkommen zwischen Europa und den USA empört. Von einer Limonadisierung des Weines spricht der Präsident des deutschen Weinbauverbandes.
Bundesagrarminister Horst Seehofer fordert nun ein Reinheitsgebot für Wein, man dürfe nicht zulassen, dass unser Markt mit künstlichem Wein aus den USA überschwemmt wird.
Denn das Abkommen erlaubt auch, die sogenannten Kunstweine ohne ein Etikett oder sonstige Kennzeichnung dem Verbraucher anzubieten. Hinzu kommt, dass dieser Wein deutlich preiswerter in den Regalen stehen kann, da er schneller und kostengünstiger produziert wird.
Sie, als Verbraucher sollten daher auf das deutsche Weinsiegel achten, dieses Gütezeichen steht für hohe Qualität aus deutschen Anbaugebieten. Um das "Deutsche Weinsiegel" zu erhalten muss der Wein deutlich mehr bieten als gesetzlich vorgegeben.

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